Die Lutherstube

Schätze aus den Kunstsammlungen der Veste Coburg
Die Lutherstube in der Steinernen Kemenate


Lutherstube in der Steinernen Kemenate
Die Steinerne Kemenate wurde von 1501 bis 1504 erbaut,
Renovierung durch Bodo Ebhardt 1909/24
2005 © Kunstsammlungen der Veste Coburg

Im ersten Obergeschoß der Steinernen Kemenate, gegenüber der "Großen Hofstube“, befand sich der Arbeits- und Wohnbereich von Martin Luther während seines Aufenthaltes auf der Veste Coburg vom 23. April bis 5. Oktober 1530. Luther kam im Gefolge des sächsischen Kurfürsten Johann des Beständigen (1468-1532), als der auf dem Weg zum Augsburger Reichstag auf der Veste Station machte. Ursprünglich sollte er den Kurfürsten nach Augsburg begleiten.

Da er jedoch nicht nur im Bann des Papstes, sondern auch in der Reichsacht stand, musste der Reformator zu seiner eigenen Sicherheit auf der Veste Coburg zurückbleiben. Er nahm aber von hier aus durch regen Briefwechsel und Botenverkehr Anteil an den Verhandlungen, ferner leistete er ein enormes Maß an Arbeit. Auf der Veste Coburg entstanden 26 reformatorische Schriften, darunter die Trostbriefe an Philipp Melanchthon und der berühmte Brief an seinen Sohn Hänschen, auch arbeitete er weiter an der Bibelübersetzung. Im "Sendbrief vom Dolmetschen“ erläuterte und verteidigte Luther seine Bibelverdeutschung, mit der er bekanntlich zum Schöpfer unserer Schriftsprache wurde.

Die originale Möblierung der Räume ist nicht mehr erhalten. Zur heutigen Ausstattung gehört ein um 1540 entstandenes Lutherporträt aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä. Seit 1520 entwickelten Lucas Cranach d. Ä. und seine Werkstatt zahlreiche, dem fortschreitenden Alter und dem sich verändernden Image des Reformator in der Öffentlichkeit angepasste, standardisierte Bildnistypen von Martin Luther. Die publikumsträchtige Verbreitung der Porträts Martin Luthers spielte im Rahmen der Bildpropaganda zur Popularisierung und Durchsetzung der Reformation in den breiten Schichten der Bevölkerung eine nachhaltige Rolle.

Das hier ausgestellte Bildnis folgt dem spätesten Typus der Lutherdarstellungen. Es stellt Martin Luther als in seiner Glaubensauffassung gefestigten und unbeirrbaren Reformator dar. In seinen Händen hält er ein Buch, ein Hinweis sowohl auf den Stellenwert des Wortes im protestantischen Glauben als auch auf die Bedeutung der Bibel für Luthers persönliches Lebenswerk.

Quellenhinweis: Dr. Klaus Weschenfelder, 2005 © Kunstsammlungen der Veste Coburg

Wie bereits erwähnt war Martin Luther von April bis Oktober 1530 in Coburg, vor allem auf der Veste. Hier verfasste er eine Vielzahl von Übersetzungen, Predigten, Auslegungen zu Psalmen und Briefe. Dazu wird noch bis zum 30. Juli 2005 im Vorsaal der Landesbibliothek Coburg (Schloss Ehrenburg) eine hochwertige Auswahl der Landesbibliothek gezeigt, darunter eine Reihe von Erstausgaben. Ein Faltblatt ist kostenlos erhältlich. Näheres unter: www.bib-bvb.de/Landesbibliothek/home.htm

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