Fried ernährt, Unfried verzehrt

Fried ernährt, Unfried verzehrt
Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges auf Dörfles-Esbach


Herzog Johann Casimir
Repro: Ulrich Göpfert

Der Wahlspruch des zu dieser Zeit regierenden Herzogs Johann Casimir lautete: "Fried ernährt, Unfried verzehrt“ und danach richtete er sich bis zu seinem Lebensende 1633. Obwohl er seit 1631 (Ende seiner Neutralität) den Einzug der Unions- und später der Ligatruppen nicht vermeiden konnte.

Wie der Dörfleser Geschichtsschreiber Hermann Büchner in seinen Aufzeichnungen berichtete waren die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges auf die Orte Dörfles und Esbach sehr schlimm.

Er berichtet: "Das Land wo Wallenstein (Albrecht von Wallenstein (von Waldstein) Herzog von Friedland und Mecklenburg, 1583 in Nordböhmen geboren, 1634 in Eger ermordet. Generaloberst-Feldhauptmann eines siegreichen kaiserlichen Heeres von 40.000 Mann) durchzog, wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Repro: Ulrich Göpfert

Damals (1632) wurden Schloss und Dorf Niederfüllbach, Creidlitz, Ketschendorf, Ahorn, Cortendorf, Esbach, Hamberg und Einberg niedergebrannt.

In Dörfles (auch Neu-Dörfles) lag ein höheres Kommando, so dass es von schlimmeren verschont blieb. Durch den Ausbruch von Seuchen wurde die Bevölkerung stark dezimiert. Im Coburger Land starben 300 Personen an der Pest. In Dörfles hielten sich zu dieser Zeit nur zwei alte Männer notdürftig am Leben. Aber es sollte noch schlimmer kommen! So setzte sich seit Oktober 1634 General Lamboy mit seinen Kriegshorden im Coburger Land fest.

Fußvolk und Reiter, in der Stadt und nächsten Umgebung biwakierend, holten das Letzte aus der Bevölkerung heraus. Seine berittenen Kroaten stöberten alles auf an Mensch und Vieh, was sich versteckt hatte. Das Dörfleser Gutshaus wurde auch als Winterquadier für das höhere Kommando benützt, so dass Brandschatzung am Ort unterblieb.

Wie Hermann Büchner in seinen Aufzeichnungen weiter berichtet:
Von Dörfles aus machten die Kroaten des Kommandos die Umgebung unsicher, durchstreiften die Wälder um die Veste. Als einmal ein berittener Trupp Dragoner aus der Veste zog, stießen sie auf diese feindlichen Reiter. Die Dragoner wurden umstellt und verloren auf ihrem Rückzug drei Mann, viele wurden verwundet. Später verloren die Dragoner einen Mann und zwei wurden gefangen genommen.

Der eine mit Namen Hans Bernhardt wurde nach Dörfles gebracht und elend drangsaliert, man stach ihm die Augen aus, schnitt ihm ein Kreuz auf die Stirn und stach ihn tot. Ein Caspar Radschmidt, der in Dörfles noch lebte, beerdigte ihn. Der andere Gefangene, ein Hans Börzinger, er war des ersten, des Fähnrichs Knecht, wurde auf die Rosenau gebracht - auch da lag ein Kommando -  und dort jämmerlich getötet“.

Repro: Ulrich Göpfert

Am Ende des schlimmen Krieges waren in Dörfles nur noch die zwei Gutshöfe besetzt (Rittergut), die übrigen drei Höfe und die zwei Sölden mussten neu besiedelt werden. Es dauerte fast 100 Jahre, bis sich das deutsche Land wieder einigermaßen erholt hatte von einem Krieg, der in seinen Auswirkungen bis heute nicht vergessen und noch spürbar ist, trotz der Weltkriege des 20. Jahrhunderts!

Erst 1783 hatte Dörfles mit seinen 52 Einwohnern 20 mehr als vor dem Dreißigjährigen Krieg! Mit einigen Tropf- und Söldenhäusern waren es 12 Wohnhäuser geworden.

Esbach wurde im Dreißigjährigen Krieg fast völlig zerstört: 1632 abgebrannt, 1635 keine Häuser bewohnt, Felder nicht bebaut, 1650 noch wüst, ab 1655 ein Bauer mit Namen Morgenthum. (Die Nachkommen leben noch heute in Esbach). Die Häuser mussten meist wieder neu aufgebaut, die Ortsflur neu veranschlagt und gegenüber Dörfles neu abgegrenzt werden.

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