Pater Anselm Grün

Pater Anselm Grün gibt Amt ab
Benediktinerabtei Münsterschwarzach


Pater Anselm Grün hat die wirtschaftliche Leitung der Benediktinerabtei Münsterschwarzach abgegeben. Das bestätigte die Abtei am Mittwoch (30.10.13) gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

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Pater Anselm Grün
Foto: 2013 © BR

Mit einer Amtszeit von 36 Jahren dürfte Anselm Grün der dienstälteste Cellerar (Kellermeister) einer deutschen Benediktinerabtei gewesen sein und kümmerte sich um die Finanzen. Sein Nachfolger wird Pater Christoph Gerhard. Er ist seit 17 Jahren schon sein Stellvertreter.

Prominenter Pater
Den Mann mit dem grauen Rauschebart, den langen Haaren und der schwarzen Kutte ist vielen Menschen bekannt - und das konfessionsübergreifend. Grün ist wohl der prominenteste Mönch Deutschlands. Er hat mehr als 300 Bücher geschrieben. Seine Werke erzielen weltweit eine Auflage von rund 14 Millionen Exemplaren. Zudem ist er ein gefragter Vortragsreisender. Banken buchen ihn ebenso wie katholische Bildungshäuser. Glückspater, Volksprediger oder gar Guru wird er oft genannt. Er selber sieht sich und seine Arbeit anders.

"Für mich persönlich besteht die Kunst darin, die christlichen Geheimnisse
so zu beschreiben, dass die Menschen merken:
Das entspricht meiner tiefsten Sehnsucht."

Pater Anselm Grün

Der Mann der Finanzen
Mit 19 Jahren wurde Anselm Grün Benediktinermönch, jedoch mit einem ganz bestimmten Plan. Er wollte als Seelsorger in die Mission gehen. Doch änderte sich sein Vorhaben. Nach seiner Promotion in Theologie studierte der Ordensmann noch Betriebswirtschaftslehre in Nürnberg. Dann wurde er schließlich Cellerar und damit Chef eines mittelständischen Unternehmens mit fast 300 Mitarbeitern in 20 Betrieben. Anselm Grün war verantwortlich für die Finanzen des Klosters und für das ordenseigene Gymnasium mit rund 1.000 Schülern zuständig. Dabei wurde er durch seine Bücher und Vorträge selbst eine wichtige "Einnahmequelle" und somit ein Glücksfall für die Abtei.

Verluste in der Wirtschaftskrise
Im Jahr 2008 zu Zeiten Wirtschaftskrise musste auch Cellerar Anselm Grün zugeben, dass er sich verspekuliert hatte. Weil er Geld des Ordens an der Börse verloren hatte, wurde er sogar von einer großen Boulevard-Zeitung zum "Verlierer des Tages" erklärt. Geärgert habe ihn das schon, gibt der Pater zu. Aber er habe es auch als Chance begriffen. "Das tut meinem Image ganz gut, nicht immer nur als der Erfolgreiche zu gelten", gibt er freimütig zu und weiter: "Ich nehme es als spirituelle Herausforderung, zu Misserfolgen zu stehen". Nach seiner Amtszeit als Cellerar will Anselm Grün sich nun verstärkt dem widmen, was er nach seinen Angaben den Menschen geben kann: Sein spirituelles Streben, Erleben und Wissen in Form von weiteren Büchern, Vorträgen und Seminaren.

Quelle: BR.de – Nachrichten – Unterfranken - Abtei Münsterschwarzach

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