DER ROSENKAVALIER

Theater Meiningen
„DER ROSENKAVALIER“ VON RICHARD STRAUSS
Premiere: Freitag, 04. April und Sonntag, 06. April, 18 Uhr, Großes Haus 

Am Anfang, der Morgen einer Liebesnacht
Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg ist gedankenschwer. Obwohl selbst erst in ihren Dreißigern, ahnt die verheiratete Frau, dass sie ihren aktuellen Verehrer Octavian bald an eine Jüngere verlieren wird. Und wie es der Zufall will, stellt sie selbst die Weichen dafür: Sie überträgt ihrem jugendlichen Liebhaber, als Rosenkavalier für Baron Ochs auf Lerchenau aufzutreten. An diesen will der Emporkömmling Faninal seine Tochter Sophie verheiraten. Doch bei der Übergabe der Rose verlieben sich Sophie und Octavian ineinander. Dem erfinderischen Octavian gelingt es, mit Verwicklung, Verkleidung und Verwirrung seinen Rivalen schachmatt zu setzen. Und mit einer großmütigen Geste des Verzichts besiegelt schließlich auch die Marschallin das Glück des jungen Paares.

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Theater Meiningen, Großes Haus
Foto: foto-ed

Dass die in Hofmannsthals „Rosenkavalier“-Libretto vielfach herbeizitierte Zeit „ein sonderbar Ding“ ist und nicht bloß geradeaus nach vorn marschiert, spiegelt sich auch in Strauss Partitur, die bei etlichen Zeitgenossen Verwirrung hervorrief. Nachdem der Komponist in seinen Einaktern „Salome“ und „Elektra“ bis an die Grenzen der Tonalität gegangen war und menschliche Schicksale radikal erzählt hatte, kam „Der Rosenkavalier“ gänzlich unerwartet: ein komödiantisches Konversationsstück, nostalgisch in Mozarts Zeiten zurückzwinkernd, mit dem Wiener Walzer kokettierend, die Moderne unauffällig in Zwischentönen versteckend.

Dem 150. Geburtstag des Komponisten Richard Strauss – der eine prägende Zeitlang am Pult der Meininger Hofkapelle stand – widmet sich das Meininger Traditionshaus nun – neben ihrer Sinfoniekonzertreihe – dem „Rosenkavalier“. Komplett aus den Reihen des Solistenensembles und des Opernchores besetzt, wird das heiter-melancholische Verwirrspiel mit Regisseur Rudolf Frey von einem gebürtigen Salzburger in Szene gesetzt.

„Ich beziehe mich konzeptionell auf das `Ungeschriebene Nachwort zum Rosenkavalier` von Hugo von Hofmannsthal, (Tagebuch, Rodaun, 4. November 1910) – in dem er das Transitorische zwischen den Figuren, d.h. die Zeit in ihrer Vergänglichkeit als auch Ewigkeit beschreibt, wobei die Musik als verbindendes Band wahrnehmbar wird. Dabei spielen zeitliche Anlehnungen an 1740, 1910, die 30er Jahre und den späten „Richard-Richard Strauss“ eine Rolle, wobei sich zugleich eine Brüchigkeit offenbart, wie bspw. im musikalischen Kokettieren mit dem Wiener Walzer etc. Im Grunde genommen erklärt es sich in ästhetischer Hinsicht im Hinblick seiner Entstehungszeit, dem Zerfall der Donaumonarchie und der Morgendämmerung des heraufziehenden 1. Weltkrieges“, so Frey.

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Rudolf Frey
Foto: F. Streich

Rudolf Frey verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Meininger Theater; im Vorfeld zeichnete er verantwortlich für die Inszenierungen von Ibsens „Gespenster“, Goethes „Egmont“ (mit der Schauspielmusik von Beethoven) – eingeladen zum Festival Duisburger Akzente, Kálmáns „Die Csárdásfürstin“ und zuletzt Mozarts „Zauberflöte“.

2013 erhielt er den Kurt-Hübner-Regiepreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für seine Arbeiten „Geschichten aus dem Wiener Wald“ (Salzburg) und „Die Csárdásfürstin“ (Meiningen). Bei der Gestaltung des „Rosenkavaliers“ steht ihm neben GMD Philippe Bach auch das eingespielte Team Elke Gattinger (Kostüme) und Christian Rinke (Bühne) zur Seite, das bereits für die Meininger „Csárdásfürstin“ mitverantwortlich zeichnete.

Zuletzt inszenierte Frey u.a. Donizettis „Maria Stuarda“ an der Welsh National Opera (zu Gast am Royal Opera House Muscat, Oman), Verdis „Nabucco“ an der Staatsoper Stuttgart (Koproduktion mit der Welsh National Opera) sowie „Ifigenia in Tauride“ von Tommaso Traetta im Rokokotheater Schwetzingen – zu sehen auch bei den Internationalen Gluck Opern-Festspielen 2014. Im Sommer dieses Jahres wird Freys „Nabucco“-Inszenierung beim Savonlinna Opera Festival in Finnland gezeigt.

Musikalische Leitung GMD Philippe Bach,
Regie Rudolf Frey,
Bühne Christian Rinke,
Kostüme Elke Gattinger

Chor Sierd Quarré,
Dramaturgie Diane Ackermann

Mit:
Camila Ribero-Souza (Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg)
Ernst Garstenauer (Der Baron Ochs auf Lerchenau)
Carolina Krogius (Octavian, genannt Quinquin)
Dae-Hee Shin / Marián Krejcik (Herr von Faninal, ein reicher Neugeadelter)
Elif Aytekin (Sophie, seine Tochter)
Sonja Freitag (Jungfer Marianne Leitmetzerin, die Duenna) 
Stan Meus (Valzacchi, ein Intrigant)
Ute Dähne (Annina, seine Begleiterin )
Mikko Järviluoto (Ein Polizeikommissar / Notar)
Xu Chang (Sänger)
u.a.

Meininger Hofkapelle , Chor des Meininger Theaters ,
Statisterie des Meininger Theaters

Nächste Vorstellungen
Sonntag,   13.4.2014 (15 Uhr),
Sonntag,   20.4.2014
Samstag,  17.5.2014
Samstag,  31.5.2014
Mittwoch,  16.7.2014
jeweils um 18 Uhr, wenn nicht anders angegeben.

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