Festwochenende in Schalkau

Festwochenende in Schalkau
Schalkau feiert 650 Jahre Stadt- und Marktrechte
Festzug mit „26 Historischen Bildern“ 

Eine Fotoreportage von Ulrich Göpfert

Schalkau/Thüringen
Bei herrlichem Sommerwetter waren am vergangenen Sonntag, 12. August 2012 alle Schalkauer Bürger auf den Beinen. Nicht zu zählen die vielen Festgäste, die aus nah und fern in das Städtchen Schalkau gekommen waren. Man feierte die 650-jährige Wiederkehr der Verleihung der Stadt- und Marktrechte u. a. mit einem farbenprächtigen Festumzug dargestellt in „26 Historischen Bildern“.

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Gegen 14:00 Uhr setzte sich der Große Festumzug von der Bahnhofstraße aus in Bewegung. Voran liefen Fahnengruppen, begleitet von der jungen Schalkauer Schalmeienkapelle. Grundschüler zeigten ihre Schule in den Jahren 1362 und 2012 und trugen die Zahlengruppen im Umzug. Der Schützenverein Schalkau, sowie weitere Vereine aus der Stadt, Gewerbetreibende und Unternehmen reihten sich ein. Musikalisch begleitet wurde der Festzug von den Blaskapellen Bachfeld und Neuhaus-Schierschnitz sowie dem Spielmannszug Eisfeld.

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Im Anschluss startete der Festzeltbetrieb mit Fahrgeschäften, Münzprägung und Kinderunterhaltung. Ab 18:00 Uhr wurden die Tombola-Preise ausgegeben und abends konnte im Festzelt mit den „Oberspiesheimern“ das Tanzbein geschwungen werden. Gegen 22:30 Uhr lockte das „Große Abschlussfeuerwerk“ nach draußen.

 Festumzug im Bild festgehalten:

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Alle Fotos: 2012 © Ulrich Göpfert

Aus der Geschichte der Stadt Schalkau

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Blick auf die Stadt Schalkau
Foto: 2012 © Wikipedia/ Stefan Madl

Die Stadt Schalkau ist in Anlehnung an die Schaumburg entstanden, die zwischen 1152 und 1172 erbaut wurde und sich um 1200 im Besitz des berühmten mainfränkischen Rittergeschlechts, den Schaumbergern, befand.

Die Burg, die unter Wilwolt von Schaumberg zu Beginn des 16. Jahrhunderts zur modernen Feste ausgebaut wurde überstand wirtschaftliche Krisen sowie politische und religiöse Kriege unbeschadet, bis sie im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde.

1906 erfolgte eine vollständige Überholung der Ruine Schaumburg. Im Zuge der umfangreichen Sanierungsarbeiten der jüngeren Vergangenheit ist die Burgruine mit anliegender Domäne heute wieder ein beliebter Aussichtspunkt des Schaumburger Landes.

Schalkau wiederum erscheint zuerst 1232 als „Schalken“
Landgraf Friedrich der Strenge verlieh ihr 1362 die Stadt- und Marktrechte. Leid und Elend mussten die Bewohner von Schalkau im Dreißigjährigen Krieg erdulden, in dem die alte Johanniskirche aber verschont blieb. Große Katastrophen waren auch die Stadtbrände von 1505, 1662 und 1690. Trotz allem besitzt Schalkau auch heute noch einen fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern, dessen Ensemble mit Markt, Marktstraße, Rödentaler Straße, Herrngasse, Ratsgässchen, Nägleinsgasse, Coburger Straße, Braugasse, Mühlgasse und Sturmgasse einmalig ist.

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                                                       Der Kirschenkrieg
                                                 Foto: 2012 © Ulrich Göpfert

Am 14. und 15. Juli 1724 spielte sich in Schalkau ein Krieg ohne Blutvergießen ab:
Das Amt Schalkau war 1680 zum neu gegründeten Fürstentum Hildburghausen gekommen. 1723 verkaufte es sein Fürst an den Herzog von Meiningen und starb kurz darauf. Seine energische Gemahlin wollte den Kauf mit Gewalt rückgängig machen und rückte von Eisfeld mit Militär gegen Schalkau vor, besetzte die Stadt, musste aber einem kaiserlichen Machtwort weichen und sich nach Eisfeld zurückziehen. Dieser Feldzug fiel in die Zeit der Kirschenernte und bekam so den Namen „Schalkauer Kirschenkrieg“.

 Mit der geplantenTheateraufführung

„Der Kirschenkrieg“

geht das Jubiläumsjahr am Samstag, 24. November 2012, in der Schulsporthalle des Landkreises Sonneberg in Schalkau zu Ende

Auch den Zweiten Weltkrieg überstand Schalkau fast schadlos
Am 11. April 1945 wurde die Stadt von amerikanischen Truppen beschossen und schließlich eingenommen. Dabei wurden fünf Häuser getroffen. Dank der beiden umsichtigen Bürger Max Spindler und Willi Römhild, die am Kirchturm die weiße Fahne hissten, blieb Schalkau vor weiterer Zerstörung bewahrt.

Die Nachkriegszeit und die Jahre, in der die Stadt direkt am „Eisernen Vorhang“ lag, behinderten den wirtschaftlichen Aufschwung Schalkaus. Seit der Wende wiederum hat sich die Stadt als liebenswerter Ort und attraktiver Wirtschaftsstandort in der Mitte Europas gut entwickelt.

Mit Theuern, Roth, Truckenthal, Mausendorf, Neundorf, Katzberg, Ehnes, Emstadt, Görsdorf, Truckendorf sowie Almerswind und Selsendorf sind in den frühen 1990er Jahren weitere Ortschaften hinzugekommen, die Schalkau als wichtiges Grundzentrum im westlichen Landkreis Sonneberg gestärkt haben.

Quellenhinweis: Kreisarchiv Sonneberg
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