Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Eine „Neustadter Mundartgeschichte“:
... Jedem Tierchen sein Pläsierchen...

Diese Mundartgeschichte stammt aus der Feder von Hanne Büchner aus Neustadt, herzlichen Dank dafür!

 
Die Autorin Hanne Büchner anlässlich eines Vortrages bei den „Neustadter Hundstagen“ im Jahr 2005
2006 © Ulrich Göpfert

A Haustier wenn da host, is schö-i. Owo wenn da in Urlaub fohr willst un nümma zur Botreung für des Tierla host, hosta a Problem.
Un genau des Problem kam aufn Bernd K. aus Rüodn un seino Fraa do Ingrid zu, wie sa vor etlichen Johrna amol noch Italien in Urlaub fohr wollten. Es gibt ja Hotel wu da Haustiere mitgobring kaast, bluoß mit Haustiere me-ina die meistns Hünd. Owo unnora Zwää ham an Fruosch als Haustier ghott, an Laabfruosch, bildschön un fast zahm. Mit dan Vreckola konntn sa natürlich schlacht nei a Hotel un außodem wollten sa na die lang Fahrt net zumut, denn Jesolo is ja net grad üms Eck. Also ham sa sich nouch „Pflegeeltern“ für ihr Fröschla ümgoguckt.

Die Oma wollt na net nam, waacho ihro Katz. Do Onkl Karl hätt na gonumma, owo dar is grad in do salm Zeit zur Kur gfohrn. Nu wor guto Rat teuo, denn su an Fruosch kaa mo net jeden x-Boliebichn üboloss, aa wenn’s bluoß für drei Wochn is. Dou muß mo scho Votraun zu dann Leutna hou, dannona wu mo des Tierla üboläßt.

Dou is in Bernd e-igfalln, des sei ehemalicho Arbotskolle-ich, do Dieter S. un sei Ursula aus Neustadt genau die Leut würn, wu dar Frousch gut untogobracht war. Denn die Zwää ham a gruoß Haus, an schön Gartn, senn solid un zuvolässig un vor ölln Dingena, sie senn tierlieb. Also, die Sach is ougomacht worn, die Ursula un ihr Dieter ham sich bereit erklärt, dann kle-in Fruosch für drei Wochn als Feriengast bei sich aufzunamma.

Do Bernd hot am Touch vur do Abreise sei Fröschla in an Eiweckglous bei do Ursula ougahm un hot zum Abschied noch gsocht, des dar Fruosch suweit ganz pflecheleicht wür, un des sa blouß a poor Muckn jedn Touch fütto müsst, owo es müsstn lebendicha Muckn sei, tuota Muckn töit ar net votrouchn, dou kriechto Sodbrenna dovaa, ar hot naamlich an sehr empfindlichen Mouchn, dar kle-i Kall. Die Ursula hot na vosprochn, des sa ölles machen töit, wos für des Fröschla gut war un ar bräucht sich kenna Godankn zu machen, sie sorcht die poor Touch gern für ihrn Feriengast.

Dann hot sich do Bernd nei sei Auto gsetzt un is beruhigt in Urlaub gfohrn. Die Ursula wor vor Frääd ganz außo sich, weil endlich widdo a Tierla im Haus wor un auf do Stell hot sa zwää Muckn für ihrn Gast gfanga un dar hot sich wie ausghungot auf die Muckn gstörzt.Wie do Dieter von do Arbot kam, saß des Fröschla ganz traurig in sein Eiweckglous un hot ke-in e-izichn Quako von sich gahm un is aa des Lättola, wu in dan Glous mit drinn golahnt is, net amol e-i Stüfla naufgokrabblt.

Nu ham die Zwää Mitleid mit ihrn Feriengast kriecht un sie konntns nümmo längo mit aagoguck, denn des arma Fröschla war bal voziepft in sein Glous. Dou muß wos passier, ham sa sich gsocht. Eh uns dar kle-i Kall ganz a gor trübsinnig wörd, müß mo wos untonamm, dar braucht a weng a größora Untokunft! Die Idee wor genial ! In ihro Garasch wor a alto Kühlschraak gstanna, von dann hot die Ursula es Gomüsfach raus un hots mit Moosküssla un frischn Grous ausgole-icht und a wenig Wasso neigotröpflt. Des Lättola is neigolahnt worrn un do Dieter hot a poor Astla von an Johannibeer-Stäudla ougozwickt un als Baamla neigstellt un noch an schön Kieslste-i dozu neigole-icht.

Wies fertig wor, sah die neu Untokunft von dan Fruosch dirket gomütlich aus. Ja, des wor scho wos anosch, wie des langweilige Eiweckglous. Für die Untobringung wor nu gsorcht, jetzt mußtn sa sich Godankn waachn do Vopflechung mach. Die Ursula hot sich widdo auf Muckn-Jagd bogaam, owo ganz vorsichtig, denn es hot ja lebendichs Futto soll sei. Dan Fruosch hots gschmeckt.

Kaum des ar a frischa Muck serviert kriecht hott, hott ar sa „pflupp“ mit seino Zunga gfanga un sofort voschluckt. Owo denkt net, des dar mit drei Muckn zufriedn wor, dar Vrecko hot gfraßn wie a polnischo Ochs. Die Ursula is mit Mucknfanga kaum nouchkumma, su an Appotitt hott dar Fruosch entwicklt. Innohalb von zwää Touchna worn sämtlicha Muckn im Haus un im Gartn gfanga un vofüttot.

Was nun ??

Nu is ja do Dieter net grad aufn Kuopf gfalln, ar wußt sich zu halfn un hot auf do Arbot naamabei Muckn gfanga, hott sa schö-i nei a Schachtola gotan un hot sa mit heim gonumma. Seina Arbotskolle-ichn ham na voll untostütz un ham sich aa an daro Muckn-Jagd boteilicht. Ja, des worn Kolle-ichn, auf die konnt sich do Dieter voloß! Auf jedn Fall is dar Fruosch immo mit frischn Futto vosorcht worrn un die Ursula, als gewissnhafta Pflechemutto hot ganz gonaa aufschriem, wenn, un vor allem wie viel Muckn sa ihrn Ferienkind voabreicht hot. Dar Sörvis hot dan Fruosch gfalln denn ar hot jetzt ab un zu an kle-in Quako von sich gaam un dann hot ar widdo aweng vur sich hiegoduslt, ar hot halt seina Ferien in Neustadt su richtig gonossn.

Owo wies halt su is, aa die schönstn Ferien genn zu End. Do Bernd un sei Ingrid senn widdo ausn Urlaub zurück kumma un gleich noch Neustadt gfohrn üm ihrn Frousch zu huoln. Wie die Zwää ihrn Fruosch gsahn ham worn sa platt, denn dar hot in die drei Wochn su zugonumma, des ar bal dopplt zu grouß wie vor die Ferien wor.

Ke-i Wunno, bei daro Vopflechung !

Dar Frousch is nei sei alts Eiweckglous gsetzt worn un als Dank für Kost und Loschie hamsa do Ursula un in Dieter a guta Flasch Wei übereicht, ham sich nei ihr Auto gsetzt un senn he-im nouch Rüodn gfohrn. Wie sa am Fischbacher Teich vorbei kumma, denkt sich dar Fruosch, ihr lackt mich am Orsch, ich los mich doch net widdo nei des langweilicha Eiweckglous sperr, ab in die Freiheit! Ar macht an fazzn Hüpfo zum offna Autofansto naus un null komma nex wor ar in Richtung Teich voschwundn. Do Bernd hot zwar gleich aaghaltn denn sie wollten dan Ausreiso ja widdo einfang, doch ölla Müh wor umsünst. Nouch aro halm Stund intensiver Suche ham sa aufgahm un senn ohna Fruosch he-im.

Vier Wochn spato, wie do Bernd un sei Ingrid su einichomaßn dan Volust von ihrn Fruosch voschmerzt ghott ham, is a Hund aagschafft worn, denn …a Haustier wenn da host, is schö-i .

Wenn Ihnen lieber Leser diese Geschichte unglaubwürdig erscheint wenden Sie sich bitte an folgende Telefonnummern: 09568 7334 oder 09563 8497

Ihre
Hanne Büchner aus („Dog-Eater-City“) –
ins Deutsche übersetzt von Ulrich Göpfert:  „Hunds-Fresser-Stadt“ – nichts für Ungut!

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