Dunkelgraf

"Das Geheimnis des Dunkelgrafen"
von Dr. Mark de Lannoy
Buchempfehlung

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Hildburghausen/Thüringen
Am 7. Februar 2007 war es genau 200 Jahre her, dass eine der geheimnisvollsten Episoden in der Geschichte der Stadt Hildburghausen ihren Anfang nahm. An jenem Wintertag 1807 nämlich fuhr des Nachts eine Kutsche durch eines der Stadttore ein, ohne – wie sonst üblich – kontrolliert zu werden. Am Gasthaus „Englischer Hof“ auf dem Markt, damals das erste Haus am Platze, entstieg ein vornehm gekleidetes Paar der Kutsche und bezog Quartier. Von nun an fiel das elegante, aber dennoch seltsame Paar vor allem dadurch auf, dass es betont zurückgezogen lebte und die Dame stets nur verschleiert zu sehen war. 1810 zogen der Dunkelgraf und die Dunkelgräfin, wie sie deswegen genannt wurden, ins Schloss des benachbarten Dörfchens Eishausen um.

Sehen Sie hierzu meinen Beitrag unter folgendem LINK:
www.ulrich-goepfert.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2307&Itemid=82

Dass Dunkelgraf und Dunkelgräfin nicht nur in Thüringen bekannt sind, sondern auch im Ausland Interesse wecken und zu Forschungsaktivitäten anregen, belegt ein jetzt erschienenes Buch mit dem Titel "Das Geheimnis des Dunkelgrafen. War Prinzessin Marie Thérèse Charlotte de Bourbon seine Begleiterin?" Der holländische Autor Dr. Mark de Lannoy liefert passend zur 200. Wiederkehr der Ankunft des Dunkelgrafenpaares in Hildburghausen eine umfassende Darstellung des Themas und verspricht mehr Aufklärung über die Hintergründe der damaligen Geschehnisse. Auf 324 Seiten stellt er den bisherigen Forschungsstand dar und ergänzt diesen beträchtlich durch eigene Recherchen, die er seit über 25 Jahren betreibt.

So fand er zum Beispiel heraus, dass Leonardus Cornelius van der Valck (der Dunkelgraf) seit 1793 als Offizier in der französischen Armee im 6. Bataillon der Jäger diente. Als solcher absolvierte er unter anderem Einsätze in Mainz, Landau, Speyer und Kaiserslautern. 1795 kam er in preußische Gefangenschaft und wurde in Freiburg im Breisgau festgesetzt. Bislang glaubte man, er sei 1797 in englische Kriegsgefangenschaft geraten.

Neues kann de Lannoy auch über den bislang wenig bekannten Lebensabschnitt van der Valcks von 1799 bis 1807 berichten. Entgegen bisherigen Annahmen ging van der Valck nach der Kündigung seiner Stellung an der batavischen Gesandtschaft in Paris nicht schon Mitte 1799 nach Deutschland, sondern blieb noch bis zum Herbst in Holland. Im Oktober war er in Leipzig zugegen, später in Gotha, Weimar und Jena. Von September 1801 bis April 1802 war er Gast des Schweinfurter Bürgermeisters Schrimpf von Berg und weigerte sich – wie später in Hildburghausen – seine Identität bekannt zu geben. Bevor er 1807 nach Hildburghausen kam, weilte er im September 1805 anlässlich der Hochzeit von Paul von Württemberg und der Hildburghäuser Prinzessin Charlotte auf Schloss Solitude bei Gerlingen. Anschließend begab er sich im Gefolge des russischen Zaren Alexander I. nach Wien.

Schließlich kann de Lannoy erstmals einen Hinweis auf die Herkunft des Dieners Scharre geben, der das Dunkelgrafenpaar bis zu seinem Tod 1817 begleitete.

Der Autor kann bei seinen Forschungen auf eine besondere Dokumentensammlung zurückgreifen: den Nachlass van der Valcks, der seit über einem halben Jahrhundert als verschollen galt. Lannoy hat ihn wiederentdeckt, geordnet und ausgewertet. Darin fand sich etwa die Nachlassliste, die 1845 nach van der Valcks Tod von den Hildburghäuser Behörden angefertigt wurde. Die Unterlagen bieten zudem einen umfassenden Einblick in die schwierigen Erbangelegenheiten, die sich über fünf Jahre hinzogen.

Das Buch ist eine der umfassendsten Veröffentlichungen der letzten Jahre und hat gute Chancen, eines der Standardwerke der Dunkelgrafenliteratur zu werden. Es kann über den Buchhandel oder das Internet unter www.bod.de bezogen werden.

Vielen Dank für diesen Hinweis an:
Interessenkreis "Madame Royale"
c/o Thomas Meyhöfer
Forstweg 22
98646 Hildburghausen
GERMANY
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Internet: www.Madame-Royale.de 

Weitere Informationen
Mark de Lannoy (2007):
Das Geheimnis des Dunkelgrafen. War Prinzessin Marie Thérèse Charlotte de Bourbon seine Begleiterin?

Books on Demand GmbH - Norderstedt
Paperback
324 Seiten
29,95 EUR
ISBN 978-3-8334-6847-6

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