Das Ende der Herren von Schott auf Wildenheid

Das Ende der Herren von Schott auf Wildenheid
Der letzte aus diesem Geschlecht wurde von seinem eigenen Diener ermordet

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Unteres Schloss in Wildenheid, jetzt Schule
Repro: Ulrich Göpfert

Das Ende der Herren von Schott, die Jahrhunderte lang auf dem Schloss von Wildenheid saßen, ist von einer Reihe von Episoden umgeben, die Kapitelüberschriften für einen "Groschenroman" abgeben könnten: "Liebesaffären der Schlossfräulein - Duell - geheimnisvoller Giftmord - Vergewaltigung von zwei Frauen auf einmal - Mord durch Bediensteten."

Es war wildes Blut, das in den Adern derer von Schott geflossen ist. Im Jahre 1647 wird Johann Albert von Schott im Duell von seinem eigenen Schwager, einem Herrn von Redwitz, auf Schloss Hassenberg erstochen. Sein Sohn Johann Christoph wird arm wie ein Bettler aus dem Wildenheider Schloss hinaus getrieben und findet in Obersdorf ein bescheidenes Unterkommen. Einer seiner Söhne, Georg Reinhard, wird zum gemeinen Verbrecher, der andere stirbt durch die Hand seines Bedienten. Die Akten über seine Schandtaten sind verschwunden, aber in den Kirchenbüchern finden sich noch Angaben, die Zusammenhänge düsterer Familiengeheimnisse ahnen lassen.

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Die Familienwappen alter Wildenheider Adelsfamilien
Repro: Ulrich Göpfert

Dieser Georg Reinhard von Schott war Leutnant. Nach seinem Kriegsdienst kommt er um 1698 mit 42 Jahren in seine Heimat zurück. Nach einer Vergewaltigung wird er am 27. Oktober 1698 "auf hochfürstlichen Konsistorialbefehl", d. h. zwangsweise, mit der kaum 14jährigen Tochter Elisabeth Maria von Rosenau, der Tochter des Ketschenbacher Schlossherrn Johann Valtin von Rosenau, verheiratet.

Wenige Wochen später stirbt Johann Valtin von Rosenau auf geheimnisvolle Weise an Gift. Als seine Tochter Elisabeth Maria im Juli 1699 von einem Töchterlein entbunden wird, erfährt sie, dass ihr Mann Georg Reinhard von Schott noch mit einer anderen Frau verheiratet ist. Wie und wo dieser Georg Reinhard von Schott geendet hat, konnte bis heute nicht festgestellt werden. Vermutlich hat ihn die Rache der eigenen Familie getroffen, die mit einem solchen Tunichtgut nicht mehr zusammenleben wollte.

Bald darauf heiratete der Bruder von Georg Reinhard von Schott, Johann Heinrich von Schott, die Witwe des vergifteten Ketschenbacher Schlossherrn Johann Valtin von Rosenau. Aber auch diesem Bruder, anscheinend den letzten aus diesem Zweig der Wildenheider Schotts trifft ein schweres Schicksal. Er muss schließlich in eine Wustung ziehen - auf die Neubürg bei Burggrub auf der Höhe des Krögelsberges über dem Hasenwirtshaus. Dort wird er von seinem eigenen Diener ermordet.

Die Unterlagen zu diesem Beitrag stellte mir freundlicherweise
Herr Johannes Seifert aus Wildenheid zur Verfügung

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