Rittergeschlecht von Truchseß

Das Ende des Rittergeschlechtes der Truchseß
von Wetzhausen auf Wildenheid

Die beiden letzten Wildenheider Truchsesse
waren berühmte Kriegshelden

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Unteres Schloss in Wildenheid, jetzt Schule
Repro Ulrich Göpfert

Unter anderen Umständen als die Schotts sind die Truchseß aus dem Wildenheider Unterschloss hinausgegangen. Freilich auch sie waren nach dem 30jährigen Krieg verarmt, hatten aber noch einen starken Rückhalt durch die Familie auf dem Stammsitz in Unterfranken. Nach dem tragischen Tod seines Bruders Veit Ludwig, der von räuberischen Soldaten bei Meilschnitz erschossen worden war, kehrte Joachim Ulrich Truchseß aus dem Krieg heim, in dem er auf der schwedischen Seite als Leutnant zu Pferd gedient hatte. Er verheiratete sich 1643 mit Martha Amalia von Rotenhan. Bis zu seinem Tode wohnte er in Wildenheid und hatte vor allem versucht, durch Ansiedlung von Teichgräbern und Soldaten, die wohl unter ihm gedient hatten, die Teichwirtschaft und Landwirtschaft wieder auf die Höhe zu bringen. Der dritte der noch von den fünf Brüdern lebende, war Wilhelm Heinrich, der als Ritterhauptmann eine geachtete Stellung hatte. Von den schweren Einbußen, die auch die Wetzenhausener durch den Krieg erlitten hatten, konnten sie sich nicht erholen.

Das Gut war überschuldet. Im Oktober 1661 verstarb Joachim Ulrich, der eigentliche Herr auf dem Unterschloss, wenige Jahre später am 29. August 1665 ertrank der am 26. November 1640 in Wildenheid geborene Mitbesitzer des Unterschlosses Philipp Heinrich in einem See in der Nähe von Stockholm, wo er als Gast des bekannten Grafen Oxenstierna auf Schloss Trynsas geweilt hatte. Diese Gastfreundschaft deutet darauf, dass sein ermordete Vater oder seine beiden Onkel gute Beziehungen zu den Oxenstiernas, den schwedischen Kanzlern gehabt haben. In der Gruft der Trynsas liegt der junge Wildenheider Edelmann begraben.

Bald nach ihm starb auch sein letzter Oheim, der Ritterhauptmann Wilhelm Heinrich Truchseß von Wetzhausen und Erbe von Wildenheid. Die Söhne Wilhelm Heinrichs, namens Hans Philipp und dessen sechsjähriger Bruder, sowie die Söhne Joachim Ulrichs, namens Hans Eitel, Veit Heinrich und Hans Georg, verkauften Unterschloss und Rittergut Wildenheid an Rittmeister Wolf Sebastian von Bronsart, der am 7. März 1668 damit belehnt wurde.

  
Die Familienwappen alter Wildenheider Adelsfamilien

Repro Ulrich Göpfert

Ich darf die Geschichte der Truchsesse von Wetzhausen auf Wildenheid nicht abschließen, ohne noch zu erwähnen, dass die beiden letzten Wildenheider Truchsesse berühmte Kriegshelden geworden sind. Hans Eitel, der am 18. Dezember 1647 auf Wildenheid geboren war, fiel als tapferer Kürassieroberst am 14. Juli 1687 in der Schlacht von Mohacz, in der 16 000 Türken umkamen und durch die der türkischen Herrschaft in Ungarn endgültig ein Ende bereitet worden ist. Sein älterer Bruder Veit Heinrich Truchseß (geb. am 29. Februar 1644 auf Wildenheid, gest. 1710) hat sich in den Türkenkriegen ebenfalls ausgezeichnet und es zur Würde eines Generalfeldmarschalls gebracht. So haben die Truchsesse von Wildenheid ein anderes Ende genommen als die Herren von Kemmaten und von Schott.

Die Unterlagen zu diesem Beitrag wurden mir freundlicherweise von Herrn Johannes Seifert aus Wildenheid zur Verfügung gestellt.

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