A laaro Souck steht net

"A laaro Souck steht net"
Ein Gedicht in Neustadter Mundart
von Hanne Büchner aus Neustadt bei Coburg

In ihrem heutigen Gedicht zu dem Umgang mit den überflüssigen Pfunden und den damit einhergehenden Sorgen und Problemen hat es die Dichterin Hanne Büchner aus Neustadt bei Coburg wieder einmal mit ihrer Aussage auf den Punkt gebracht:

"Ich kaa gaß wos ich will, ich nam net ou !"

 
2010 © Ulrich Göpfert

A laaro Souck steht net

Des ich gern aß sieht mo mir aa,
denn an die richtichn Stelln dou is wos draa,
un solcha Formen wenn da host,
die dohälts du dir nur mit Hausmannskost.

Heit aß mo amol im Wertshaus, du brauchst net zu kochen,
socht mei Maa, un mir senn naus zum Chinesn goloffn.
Ich laas die Speisekart nauf un nunto,
wos die aabietn, des macht mich net munto,
mit dan ausländischn Zeuch, dou machen die ke-in Staat,
die ham ja weder Raahm-Brüh noch Klöß noch a Rolaad.

Die Urlaubszeit is widdo dou,
mei Maa schleppt mich nouch Italien nou,
Spaghetti, Pizza, Cappuccino,
Calzone, Scampi un ruotn Vino
muss ich dann aß drei Wochn lang,
ihr Leut mir wärd ganz angst un bang,
denn ich war immo leicht nervös,
kriech ich net ölla Sunntich meina Klöß.

Ich soll ou-nam, socht mei Doktora,
jedes Mol wenn ich sa saah,
ich kaa gaß wos ich will, ich nam net ou, guta Fraa,
jedes Pfund zuviel is ungsund, ganz gewiss,
owo wos gläbbt die, wie ungsund es arbotn is?

Süppla blouß an Wasso, des halt ich net aus,
spaatsnts nach 14 Touch trouchn sa mich dou aufn Friedhof naus,
blouß Körno un Grünzeuch, des is für mich nix
ich brauch wos handfests, denn vohungot is mo fix.
Wißt ihr, nouch wos mir do Schnoubl jetzt steht?
nouch Ardäpfl un Blaukraut un an fazzn Kotlett.

Na dann, wünsche ich einen "Guten Appetit!"

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