Kunst – Religion – Politik

Kunst – Religion – Politik
Bilder und ihre Funktionen im Wandel
Neugestaltung der altdeutschen Sammlung mit Cranach-Schwerpunkt
Ab 27. März 2015 in der Steinernen Kemenate der Veste Coburg

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Lucas Cranach d. Ä. (1472 - 1553)
Der Selbstmord der Lukretia (Lukrezia) um 1518
Inv.-Nr.: M.162
Kunstsammlungen der Veste Coburg

Erstmals wird in der neugestalteten Dauerausstellung die umfassende Cranach-Sammlung der Veste Coburg zusammenhängend im Kontext der altdeutschen Kunst präsentiert. Die zwanzig qualitätvollsten Werke aus der fast 40 Gemälde umfassenden Sammlung von Cranach Vater und Sohn, ihrer Werkstatt und ihrer Schule werden zu sehen sein und bilden einen Schwerpunkt der Neupräsentation.

Die historischen Bestände der Kunstsammlungen der Veste Coburg und die 2003 erworbenen Werke aus der Schweinfurter Sammlung Schäfer zeigen ein differenziertes und spannendes Bild von der Entwicklung der Kunst in Form, Inhalt und Funktion in einer Zeit grundlegender Umwälzungen am Übergang vom späten Mittelalter zur frühen Neuzeit.

Spätmittelalterliche Frömmigkeit, Aspekte des Kulturtransfers im frühen 16. Jahrhundert und die Rolle der Kunst im Zeitalter der Reformation wird anhand der vorzüglichen Bestände der Veste Coburg an Malerei, Skulptur, Münzen, Medaillen und Kunsthandwerk anschaulich gemacht.

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Lucas Cranach d. Ä. (1472 - 1553)
Bildnis Martin Luthers 1528
Inv.-Nr.: M.417
Kunstsammlungen der Veste Coburg als Dauerleihgabe der Oberfrankenstiftung Bayreuth

Die neue Dauerausstellung erzählt vom Bildgebrauch am Ende des Spätmittelalters, von neuen Themen, die durch den Humanismus, die Reformation und durch den Kulturtransfer zu Beginn des 16. Jahrhunderts aufkamen. Sie veranschaulicht Motivwandel und Motivtradition, gibt Beispiele für die Funktion von Portraits in Adel und Bürgertum und zeigt schließlich die Entstehung des Herzogtums Sachsen-Coburg im Zeitalter der Reformation.

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Unbekannt
Pietà (Vesperbild) aus Scheuerfeld, um 1360 – 1370
Pappelholz, geschnitzt, ehemals farbige Fassung entfernt
Inv.-Nr.: Pl.002
Kunstsammlungen der Veste Coburg

Die eindrucksvolle Coburger Pietà, eines der ältesten Vesperbilder der europäischen Kunstgeschichte repräsentiert mittelalterliche Frömmigkeit, Grünewalds „Abendmahl“ verweist auf reformatorische Gedanken, Bilder von Cranach, Breu, Baldung und Burgkmair lassen den Kulturtransfer des frühen 16. Jahrhunderts erkennen. Erstmals seit Jahrzehnten werden Gemälde, die einst zu einem Cranach-Altar der Veste gehörten, wieder zusammen in Coburg präsentiert. Der „Ernestinische Willkomm“ von Wenzel Jamnitzer als wertvolle Leihgabe der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha'sche Stiftung für Kunst und Wissenschaft, ist als einzig erhaltenes Repräsentationsobjekt der ernestinischen Kurfürsten ein herausragendes Kunstwerk seiner Zeit.

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Matthias Grünewald (vor 1480 - 1528)
Vorderseite: Abendmahl, um 1500
Mischtechnik auf Holz
Inv.-Nr.: M.421
Kunstsammlungen der Veste Coburg als Dauerleihgabe der Oberfrankenstiftung Bayreuth

In der Großen Hofstube ruft eine Medieninstallation Cranachs Wirken auf der Veste schlaglichtartig in Erinnerung.

Die Neupräsentation erfüllt mit einer den historischen Räumen angemessenen Inszenierung den Wunsch des Museumsbesuchers nach einem emotionalen Erlebnis beim Ausstellungsbesuch und sie bedient mit Informationsangeboten auf verschiedenen Ebenen, von der Objektbeschriftung über den Saaltext bis hin zu Touchscreen-Infoterminals (zweisprachig) das Bedürfnis nach Information und Bildung. Bewusst haben die Kunstsammlungen der Veste Coburg mit der Neugestaltung der Dauerausstellung dem Aspekt der Nachhaltigkeit Rechnung getragen.

Ermöglicht wurde die Neupräsentation durch ein großzügiges Sponsoring der HUK-COBURG. Erstmals kommt damit in den Kunstsammlungen der Veste Coburg Firmensponsoring bei der Projektrealisierung zur Anwendung.

Weitere Fördergeber sind die Oberfrankenstiftung, die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, die Niederfüllbacher Stiftung und die Stadt Coburg.

Öffnungszeiten:
Am 27.3.2015 von 13 bis 16 Uhr
Ab 28.3.2015 täglich 9:30 bis 17 Uhr

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