Wespen - Tipps vom LBV

Warum Wespen jetzt besonders lästig sind?
LBV gibt Tipps zum richtigen Verhalten bei Wespenbesuch – Kein Grund zur Panik
Wespenzeit neigt sich bald dem Ende zu

Hilpoltstein
Sommer, Sonne, Picknick – Draußen Essen schmeckt einfach besser. Doch der Genuss von Obstkuchen, Saft und Eis unter freiem Himmel wird derzeit schnell unangenehm, wenn die süßen Speisen zahlreiche Wespen anlocken. Doch die Begegnung mit den ungebetenen, gelb-schwarzen Gästen ist noch längst kein Grund zur Panik. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) gibt zahlreiche Tipps, wie sich jeder effektiv schützen kann und was nach einem Stich zu beachten ist. Außerdem kann in Kürze Entwarnung gegeben werden, denn die Wespenzeit nähert sich schon bald dem Ende, da die Wespenvölker nur bis zum Ende des Spätsommers leben.

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Wespe am Marmeladenbrötchen
Foto: 2013 © LBV/Peter Bria

Gerade jetzt im Spätsommer sind Wespen besonders aufdringlich. Sie erscheinen lästig, da sie nun kein Eiweiß zur Aufzucht ihrer Larven mehr brauchen, sondern gezielt nach Zucker suchen und Nahrungsmittel anfliegen. „Die Wespen sind dabei in diesem Jahr nicht aggressiver als sonst, sondern sie bleiben einfach besonders hartnäckig, wenn sie ihre Leibspeise vor sich haben und hungrig sind“, so Markus Erlwein vom LBV. Viele vermeintliche Tricks um Wespen dauerhaft fernzuhalten, wie Kupfermünzen auf den Tisch zu legen, sind nutzlos. Fangfallen oder Ablenkfüttern haben sogar einen negativen Einfluss, da noch mehr Tiere angelockt werden.

Kommen einem die gelb-schwarz-gestreiften Tiefflieger zu nahe, gilt es am besten die Ruhe zu bewahren, nicht um sich zu schlagen und auf keinen Fall die Wespe anzupusten. Das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffsstellung. Normalerweise reagieren Wespen bei ihrer Nahrungssuche nicht aggressiv. Sie wehren sich erst, wenn sie um ihr Leben bangen. „Hektische oder panische Bewegungen sollten in der Nähe von Wespen und Hornissen vermieden werden“, so Erlwein.

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Wespe
Foto: 2013 © LBV/R. Brode

Um unliebsame Zwischenfälle zu verhindern, helfen jetzt im Spätsommer ein paar einfache Verhaltensregeln. „Decken Sie Lebensmittel und Getränke im Freien ab und räumen Sie alle Reste nach der Grillparty sofort wieder weg. Wichtig es auch, Kinder mit Strohhalm trinken zu lassen und ihnen nach dem Essen das Gesicht und die Hände abzuwischen, um die Wespen nicht anzulocken“, rät Erlwein. Wespen können zudem von Gerüchen wie duftendem Parfüm, Cremes und Holzmöbelpolitur angezogen werden, aber auch bunt geblümte Kleidung hat für sie ihren Reiz. Weiterhin sollte man immer den Mülleimer und Kompost abgedeckt halten. „Besonders bei Gewitter oder zum Ende der Flugzeit steigt bei vielen Wespen die Aufdringlichkeit. Dann geht man ihnen am besten aus dem Weg.“

Was viele Menschen nicht wissen: „Ein Wespenvolk lebt nur vom Frühjahr bis zum Herbst. Zwischen August und Oktober stirbt der gesamte Wespenstaat ab, nur die begatteten Jungköniginnen überleben und suchen sich einen Unterschlupf für den Winter“, erklärt der Naturschützer. So lange sollte man auch mit der Beseitigung von Wespennestern warten. Diese dürfen nicht zerstört oder ohne Genehmigung entfernt werden, da sie durch das Bundesnaturschutzgesetzt geschützt sind. Bei einer notwendigen Beseitigung helfen Fachleute wie die Untere Naturschutzbehörde.

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Wespe am Nest
Foto: 2013 © LBV/Manfred Waldhier

Tipps bei Stichen

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Stich kommen, so ist dieser zwar schmerzhaft, aber nur für wenige Menschen wirklich gefährlich. Nur drei bis fünf Prozent der Bevölkerung reagieren auf Wespenstiche allergisch. „Den Stachel wenn möglich wegwischen oder wegschieben. Nicht mit Fingernägeln oder einer Pinzette drücken und ziehen, da sonst das restliche Gift entleert wird“, rät Erlwein. Ein geringer Teil des Giftes kann auch durch sofortiges Aussaugen und Ausspucken entfernt werden. Die Einstichstelle dann in jedem Fall mit einem kühlen nassen Tuch,  Kühlelementen oder Eiswürfeln kühlen. Um Schwellungen und Schmerzen zu lindern, helfen auch eine halbierte Zwiebel, kühlende Salben oder kurz zerkauter Spitzwegerich. Experten raten zudem, Kinder frühzeitig auf eine mögliche Insektengiftallergie zu testen, da diese Allergie oft lange unerkannt bleibt.

Damit Wespen nicht ungebeten in die Wohnung fliegen, hilft auch ein Fliegengitter an Fenstern und Türen (Maschenweite kleiner als drei Millimeter). Auch eine Raumschleuse, wie zum Beispiel ein Vorhang nach der Eingangstüre, ist nützlich. Übrigens ist Wespe nicht gleich Wespe. Lediglich zwei der in Deutschland insgesamt zwölf sozialen Wespenarten, die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, sorgen für den schlechten Ruf der Fluginsekten. Doch werden diese einfachen Tipps beachtet, steht einem friedlichen Nebeneinander von Mensch und Wespe nichts entgegen.

Weitere Informationen
Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V.
Landesgeschäftsstelle Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein
Telefon: +49 (9174) 4775-0
Telefax: +49 (9174) 4775-75
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Internet: www.lbv.de

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