Fürst in Zeiten der Krise - Ausstellungskatalog

Staatsarchiv Coburg
Fürst in Zeiten der Krise
Johann Casimir von Sachsen-Coburg

Ab sofort ist der Ausstellungskatalog zur Präsentation "Fürst in Zeiten der Krise. Johann Casimir von Sachsen-Coburg (1564-1633)" erhältlich, die noch bis zum 17. Oktober im Staatsarchiv Coburg zu sehen ist. Das rund 150 Seiten starke Werk dokumentiert in Text und Bild die Schau zum 450. Geburtstag des Herzogs.

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Präsentieren das frisch gedruckte Werk (v. l.): Christian Boseckert M.A,
Prof. Dr. Gert Melville und Johannes Haslauer M.A., Leiter des Staatsarchivs
Foto: 2014 © Ulrich Göpfert

Der Katalog zeichnet auf wissenschaftlicher Grundlage
ein umfassendes Bild von dem Fürsten in seiner Zeit. In sechs Kapiteln stellen Ausstellung und Katalog Johann Casimir in seinen verschiedenen Facetten als Fürsten der Spätrenaissance vor Augen.

Einleitend werden die Ausgangsbedingungen beschrieben,
sein persönliches wie auch staatliches Erbe und die beiden dynastischen Ehen. Darauf folgt ein Kapitel zur Organisation des Staatswesens unter den Schlagworten "Aufbauen, ordnen und fördern". Es zeigt, wie der Fürst ein frühmodernes, protestantisches Staatswesen formte. Johann Casimir regierte als erster Herzog ein eigenständiges Fürstentum Sachsen-Coburg und setzte somit Maßstäbe hinsichtlich eines von der Residenzstadt Coburg aus verwalteten Territoriums.

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Ein Blick in die Ausstellung
Foto: 2014 © Ulrich Göpfert

Im Kapitel zu Hofleben und Machtdarstellung
entsteht ein lebendiges Bild von den repräsentativen Ansprüchen des Fürsten. Der Abschnitt zu den Außenbeziehungen lässt den Blick über die Landesgrenzen hinaus schweifen, sowohl zu den direkten Nachbarn - vor allem den Hochstiften Bamberg und Würzburg - als auch ins Reich, wo die krisenhaften Entwicklungen in den Dreißigjährigen Krieg führten. Nach einem Überblick über das fürstliche Bauprogramm, die beteiligten Künstler und die überregionalen Einflüsse rundet ein Kapitel zum Nachleben des Herzogs den Katalog ab. Es zeigt, wie nachfolgende Generationen mit der historischen Figur umgingen – zwischen Verehrung, Kritik und Missbrauch.

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Schutzbrief König Adolfs von Schweden für das Fürstentum Coburg
Foto: 2014 © Ulrich Göpfert

Hochwertige Schwarzweißaufnahmen führen ausgewählte Exponate vor Augen,
etwa einen Ausschnitt aus der Gerichts- und Gebührenordnung für die Hexenprozesse aus dem Jahr 1629 oder einen Entwurf für die Grenzsteine an der mit dem Hochstift Würzburg vertraglich geregelten Landesgrenze.

Darunter finden sich auch bislang in Coburg sehr wenig bekannte Dokumente,
allen voran drei Handskizzen der Ehrenburg, angefertigt von Landgraf Moritz von Hessen bei einem seiner Besuche am Coburger Hof. Infografiken, umgesetzt von Julia Brinkmann von WIRGESTALTEN e.V., geben Aufschluss über die Ausdehnung von Johann Casimirs Territorium und über das Verwandtschaftsnetzwerk, das unter den Vormündern des jungen Prinzen bestand.

Für den Inhalt zeichnen Johannes Haslauer M.A., Leiter des Staatsarchivs Coburg, sowie Rainer Axmann und Christian Boseckert M.A. seitens der Historischen Gesellschaft Coburg e.V. verantwortlich.

Das Ausstellungsprojekt entstand als Kooperationen des Staatsarchivs Coburg mit der Historischen Gesellschaft Coburg e.V. und dem Verein "WIRGESTALTEN e.V.", der für ein ansprechendes Design der Ausstellung sorgte. Der Katalog ist in der Reihe "Kleine Ausstellungen" der Staatlichen Archive Bayerns erschienen. Redaktion, Satz und Layout lagen bei der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, die den Katalog auch finanziert hat. Prof. Dr. Gert Melville, Seniorprofessor an der Technischen Universität Dresden und 1. Vorsitzender der Historischen Gesellschaft Coburg e.V., begleitete das Projekt als wissenschaftlicher Berater.

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Das Titelbild der Publikation,
gestaltet von Diplom-Designer Fabian Reichstein
von WIRGESTALTEN e. V.
Foto: 2014 © Ulrich Göpfert
 
Das Titelbild das zugleich als Motiv für die Plakate dient, gestaltete Diplom-Designer Fabian Reichstein von WIRGESTALTEN e.V. auf der Grundlage des bekannten Pergamentbildnisses, das im Staatsarchiv Coburg aufbewahrt wird und in der Ausstellung im Original zu sehen ist. Johann Casimir ist dabei aus seiner gewohnten Umgebung genommen, der Rollwerkrahmen verfremdet - gewissermaßen als Symbol für die wissenschaftliche Betrachtungsweise, die die historische Figur und ihre bisherigen Bewertungen historisch-kritisch auf den Prüfstand stellt.

Der Katalog ist zum Preis von 6 Euro sowohl in der Ausstellung als auch in allen Buchhandlungen erhältlich.

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Das „Jüngere Jagdbuch“ Wolfgang Brückners von 1639–51
Foto: 2014 © Ulrich Göpfert

Ausstellung
Die Ausstellung ist noch geöffnet bis 17. Oktober 2014 zu den Öffnungszeiten des Staatsarchivs Coburg. Eintritt frei.

Eine Ausstellung des Staatsarchivs Coburg und der Historischen Gesellschaft Coburg e.V. in Zusammenarbeit mit WIRGESTALTEN e.V. Gefördert durch die Niederfüllbacher Stiftung.

Katalog
Fürst in Zeiten der Krise. Johann Casimir von Sachsen-Coburg (1564-1633). Ausstellung im Staatsarchiv Coburg (Staatliche Archive Bayerns, Kleine Ausstellungen 42), München 2014,
152 S., zahlreiche Abb.,
ISSN 1434-9868,

ISBN 978-3-938831-48-9

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